Deutsche Version Vacation in Hesse Nederlandse Versie Vacation in Hesse
Information about this offerer:
Adress on the map


Address

Grube Friedberg


35444 Biebertal

Offers



Unfortunately this offerer published non but a german text. For translation: www.google.com

Die Grube Friedberg liegt in der mittelhessischen Gemeinde Biebertal am Fuße des Dünsbergs. In der Grube wurde zwischen 1826 und 1961 erst im Tagebau, dann unterirdisch Erz abgebaut. Inzwischen ist die Grube stillgelegt.

Die ersten bergbaulichen Aktivitäten in der Gemarkung Fellingshausen, die schriftlich zu belegen sind, stammen aus dem Jahre 1826. Damals unternahmen J. W. Buderus' Söhne mit Sitz auf der Friedrichshütte bei Laubach Schürfversuche in der Gemarkung. Am 30. April 1836 wurde ein Mutschein (Urkunde über die Schürf-Genehmigung) von J.Kilian beantragt, der sich auf ein Eisensteinlager im Distrikt Buchholz bezog. Die Mutung wurde ihm am 3. Oktober 1836 erteilt. Kilian stellte am 9. Dezember 1839, mit der Begründung er habe bei den Schürfarbeiten nur nesterweise Vorkommen von Brauneisenstein gefunden, einen Antrag auf Belehnung der gesamten Gemarkung Fellingshausen mit Eisensteingräberei. Die sei laut Kilian notwendig, um ein eigentliches Lager zu erschürfen. Am 17. Februar 1840 wurde Kilian, der 1837 mit der Justushütte ein weiteres Eisenwerk errichtet hatte, die Gemarkung Fellingshausen zur Eisensteingräberei verliehen. Unter Eisensteingräberei verstand man nach Auffassung von H. Tasche zur damaligen Zeit das Auflesen von oberflächlichem Gestein und das Ausgraben von Gestein aus der Dammerde mit Hacke und Schaufel. Kilians Eisensteingräberei konzentrierte sich offenbar auf den Bereich des Buchholzgrabens, in dem durch Wasser freigespülte Brauneisensteine anzutreffen waren. Sofort nach der Verleihung der Gemarkung Fellingshausen, die H. Tasche als „Dorheimer Geschenk“ bezeichnete, begann Kilian am oberen Ende des Buchholzgrabens damit, die Dammerde abzutragen und einen Tagebau anzulegen. Die Erzgewinnung wurde aber alsbald wieder eingestellt. Am 18. April 1842 erteilte die Bergbehörde Wilhelm Briel auf Antrag einen Mutschein auf den Buchholzgraben, den er allerdings nach Ablauf eines Jahres verfallen ließ. Ein weiterer Mutschein wurde 1847 an Ph. Gath, Joh. Ph. Gath und H. Später aus Altenkirchen bei Weilburg ausgegeben. Dieser wurde in den folgenden Jahren mehrmals verlängert, bis schließlich im November 1849 der Mutschein an C. Haibach aus Altenkirchen abgetreten wurde. Am 19. Dezember 1853, der alte Mutschein war erloschen, wurde Ph. Gath und Mitteilhaber neue Mutung erteilt. Im Frühjahr 1854 erbrachte Gath den Beweis, dass es sich bei dem 1840 angelegten Tagebau am Buchholzgraben um ein geschlossenes Lager handelt. Gath stellte Antrag auf Belehnung auf Brauneisenstein und Manganerz, gegen den Kilian Widerspruch einlegte, da er sich in seinem Recht auf Eisensteingräberei verletzt fühlte. Kilian begann, ohne einen Beschluss der Bergbaubehörde abzuwarten, das Erzlager abzubauen. Seinen Bergleuten gab er die Anweisung „der Gewalt nicht zu weichen“, woraufhin sich die Bergleute von Gath zurückzogen. Unter dem Eindruck dieses Vorgehens wies das Großherzogliche Hessisches Finanzministerium den Widerspruch Kilians zurück und entsprach dem Belehnungsgesuch von Gath. Kilian wurde der Entzug der Belehnung auf Eisengräberei angedroht, wenn er den Erzabbau im nunmehr verliehenen Grubenfeld fortsetzen würde. Ungeachtet dessen fuhr Kilian mit der Erzabbau fort, woraufhin Gath am 14. März 1855 beim Stadtgericht Gießen Klage gegen Kilian einreichte. Im Jahre 1857 kam es sogar zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen den Bergleuten beider Parteien. Am 12. August 1859 starb Kilian. Er wurde von seinem Schwiegersohn bei einer Auseinandersetzung tödlich verletzt. Die 1854 von Kilian erbaute Hedwigshütte bei Lollar kam dadurch zum Erliegen und wurde am 15. Oktober 1861 von J.W. Buderus Söhne für 85.000 Gulden erworben. Die Berechtigung zur Eisengräberei war in dem Kaufpreis mit 8.000 Gulden enthalten. Buderus faste den Begriff Eisensteingräberei als Tagebau auf und begann 1863 zur Erzversorgung der in "Main-Weser-Hütte" umbeannten früheren "Hedwigshütte" mit dem Erzabbau am Buchholzgraben. Nun legte Gath Widerspruch bei der Oberbaudirektion in Darmstadt ein. Um den nunmehr neun Jahre dauernden Streit beizulegen, strengte die Oberbaudirektion intensive Vermittlungsversuche an, die am 2. September 1863 durch einen außergerichtlichen Vergleich in Friedberg zu einer Einigung führten. Gath erklärte sich bereit, den östlichen Teil seines Grubenfeldes Buchholz an Buderus abzugeben. Im Gegenzug verpflichtete sich Buderus zur Zahlung von 1000 Gulden und verzichtete auf das Recht der Eisensteingräberei im verbleibenden Teil des Grubenfeldes Buchholz und in der Flur VIII, die am 18. März 1864 unter dem Grubennahmen Nassau an Gath verliehen wurde. Zum gleichen Datum (18. März 1864) wurde der östliche Teil des ehemaligen Grubenfeldes Buchholz unter dem Namen "Friedberg" an Buderus verliehen.