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Kastell Saalburg


61348 Bad Homburg vor der Höhe

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Die Saalburg ist ein auf dem Taunuskamm nordwestlich von Bad Homburg v. d. Höhe gelegenes ehemaliges Kastell des römischen Limes. Das Kohortenkastell befindet sich unmittelbar westlich der heutigen Bundesstraße 456, etwa auf halbem Wege zwischen der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe und der Gemeinde Wehrheim im Hochtaunuskreis. Es gilt als das best erforschte und am vollständigsten rekonstruierte Kastell des Obergermanisch-Raetischen Limes, der seit 2005 den Status des UNESCO-Weltkulturerbes besitzt.

Schon seit alters her führten Handelswege, wie etwa der Lindenweg (auch Linienweg genannt) ausgehend bei der Nidda-Mündung bei Frankfurt-Höchst, von der Rhein-Main-Ebene über den kleinen Bergsattel auf dem Taunuskamm, den auch heute die Bundesstraße 456 zur Querung des Taunus nutzt, in das seit bandkeramischer Zeit relativ dicht besiedelte Usinger Becken. Von verkehrsgeographischer Wichtigkeit heißt auch fast immer von strategischer Bedeutung und so nimmt es nicht weiter Wunder, dass hier wohl schon in der Zeit der Chattenkriege (83 bis 85) des Kaisers Domitian (81 – 96) zwei einfache Erdschanzen (sog. Schanzen A und B, zwischen dem restaurierten Kastell und dem heutigen Bundesstraßenverlauf gelegen) von den römischen Truppen zur Absicherung dieses Taunuspasses errichtet worden waren.

Im Anschluss an die beiden Erdwerke der domitianischen Kriege wurde gegen das Jahr 90 unserer Zeitrechnung ein erstes einfaches Holz-Erde-Kastell für einen Numerus errichtet. Ein Numerus war eine Auxiliartruppen-Einheit, die normalerweise aus zwei Zenturien bestand, also eine Sollstärke von etwa 160 Mann hatte. Vereinzelte Funde sprechen dafür, dass es sich bei dem Numerus der Saalburg um einen Numerus Brittonum, also eine Einheit aus Britannien gehandelt haben könnte, aber wirklich gesichert ist diese Vermutung nicht.

In späthadrianischer Zeit, etwa um das Jahr 135 wurde das Numeruskastell durch ein 3,2 Hektar großes Lager für eine Kohorte, eine Infanterie-Einheit von knapp 500 Mann, ersetzt. Der Grundriss dieses Kastells wurde nun auf die Römerstadt Nida ausgerichtet und zunächst mit einer in Trockenbauweise errichteten Holz-Stein-Mauer versehen, an deren Stelle erst in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts eine gemörtelte Steinmauer mit angeschütteter Erdrampe trat. Dieser letzten Bauphase entspricht auch die Rekonstruktion des Kastells mit seinen Abmessungen von 147 mal 221 Metern. Fragmente der zweiten Bauphase sind jedoch noch in der Retentura (rückwärtiger Kastellbereich) zu sehen und auch ein Abschnitt des zum ersten Holz-Erde-Kastell gehörenden Verteidigungsgrabens wurde offen gelassen bzw. wiederhergestellt und kann dort besichtigt werden.

Die Besatzung des Kohortenkastells, die vermutlich dem Legionskommando in Mogontiacum (Mainz) unterstand, war die Cohors II Raetorum civium Romanorum equitata ("2. Teilberittene rätische Kohorte römischen Bürgerrechts"), also eine knapp 500 Mann starke teilberittener Infanterieeinheit. Die Kohorte hatte ursprünglich in Aquae Mattiacorum (Wiesbaden) gelegen und war von dort aus nach einer weiteren Stationierung im Kastell Butzbach (ORL 14) schließlich zur Saalburg kommandiert worden.

Das Kastell bestand in dieser Form und mit dieser Besatzung bis zum Fall des Limes um das Jahr 260. Der Name der Einheit wird in dieser Zeit immer wieder in Steininschriften erwähnt und auch die Namen einzelner Kommandeure sind uns so überliefert.

Mit dem beginnenden 3. Jahrhundert wurden die Zeiten am Limes unruhiger. Auch ein Präventivkrieg des römischen Kaisers Caracalla, der im Jahre 213 von Raetien und Mogontiacum (Mainz) aus gegen die Alamannen und die mit ihnen verbündeten Chatten vorstieß, minderte den germanischen Druck auf die Reichsgrenze nur vorübergehend. Nida (heute Frankfurt-Heddernheim), der rückwärtige zivile Hauptort der Civitas Taunensium erhielt einen Befestigungsring und bereits im Jahre 233 drangen die Alemannen erneut in römische Gebiete ein. Zu einem weiteren größeren Alemanneneinfall kam es 254 und 260. Schließlich ging das gesamte rechtsrheinische Gebiet im Alemannensturm verloren. Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen scheint das Kastell Saalburg ohne Kampfhandlungen planmäßig geräumt worden zu sein.

Nach dem Ende des obergermanischen Limes wurde das verfallene Kastell als Steinbruch genutzt, bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts die Ausgrabungstätigkeiten begannen.