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Die Rockenmagd
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Die Rockenmagd
Der Schäferstein
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Der Schäferstein und die Rockenmagd


64757 Rothenberg

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architectural monuments



Unfortunately this offerer published non but a german text. For translation: www.google.com

Dem Höhenzug westlich des Finkenbachtales folgt der nach seiner Markierung so genannte Rot-Kreuz-Weg. Dieser beliebte Wanderweg ist in seinem Verlauf im Wesentlichen mit der alten Poststraße identisch, die früher, vor dem Ausbau der Straßen im Tal, von Hirschhorn nach Grasellenbach und von dort zur Wegscheide führte.

Oberhalb des Rothenberger Ortsteiles Ober-Hainbrunn wird dieser Weg von von dem Verbindungsweg zwischen Ober-Hainbrunn und Unter-Schönmattenwag gekreuzt. Ein alter Wegweiser aus Sandstein markiert den Ort, der in der Karte 'Beerfelder Land' des Naturparks Bergstraße-Odenwald mit Rockenmagd bezeichnet ist.

Alte Straßen haben ihre Rätsel. Sie sind selbst schon lange aus dem Verkehr gekommen, der schon seit Jahrhunderten die Talsohle benutzt. Sie sind in Vergessenheit geraten aber manche Geheimnisse sind geblieben. So auch die Geheimnisse um die Rockenmagd zwischen Ober-Hainbrunn und Unner-Schimmedewog, die als Sagen bis in unsere Zeit überliefert sind.

In der Nähe des Wegweisers stand früher ein Bildstock, vermutlich mit der Darstellung der Kreuzigungsszene. Dieser Bildstock, der dem Bernhardskreuz am gleichen Weg ähnlich gewesen sein soll, nannte man im Volksmund Rockenmagd Wenige Meter nördlich steht eine weitere Sandsteinstele, wie sich unschwer erkennen lässt, der Rest eines steinernen Kreuzes, dem die Arme abgeschlagen wurden: Der Schäferstein.

1. Sage:
"Am Kreuzweg nach Hainbrunn befindet sich ein Steinsockel, 'die Rockenmagd'. Früher stand darauf ein Kreuz, in das ein Spinnrocken eingemeißelt war. Auf dem Steinsockle sind rätselhafte Zeichen zu sehen, die man für Geißfüße hält. Ein Schäferbursche von Unter-Schönmattenwag liebte eine Magd aus Rothenberg. Diese kam allabendlich mit ihrem Spinnrocken. Die Liebenden trafen sich an der durch den Stein bezeichneten Stelle. Eines Tages fand man beide tot am Schäferstein auf. Dieser liegt unweit vom Kreuzweg."

2. Sage:
"An der Wegkreuzung auf der Höhe zwischen Finkenbach und Unter-Schönmattenwag stand ein Bildstock mit dem gekreuzigten Heiland. Eine junge Dienstmagd aus Rothenberg besuchte gern alle Spinnstuben weit und breit. So ging sie auch eines Tages den über zwei Stunden weiten, fast immer durch einsamen Wald führenden Weg nach Unter-Schönmattenwag und wanderte spät abends diesen Weg wieder zurück. Anderntags fand man sie oben auf der Höhe mit nach rückwärts gedrehtem Gesicht tot am Wege liegen. Man sagt, der Teufel habe ihr, nachdem sie ihm gefügig gewesen sei, den Kopf herum gedreht."

3. Sage:
"Die Mädchen von Unter-Schönmattenwag wurden eines Tages in die Spinnstube des Nachbardorfes eingeladen. Als man bei der heutigen Stiefelhütte auf den Hochweg kam, blieb eines der Mädchen etwas zurück. Da stand plötzlich ein Jäger vor ihm und erbot sich, den Spinnrocken zu tragen. Dem Mädchen wurde ganz bang zumute. Es wollte nach den Freundinnen rufen, konnte aber kein Wort herausbringen. Da es sich dem Jäger widersetzte, schlug der es mit dem Spinnrocken tot und verschwand, mit seinem Pferdefuß auf den Boden stampfend, in der Erde. Als die Freundinnen zurückeilten, sahen sie gerade noch den Jäger im Feuerschein in der Erde verschwinden. Man setzte daraufhin an der Stelle einen Gedenkstein ..."

Hacke und Spinnrocken


Noch mehrere Sagen gibt es, die den gleichen Stoff mehr oder weniger verändert erzählen. Niemand weiß heute zu sagen, ob in den Geschichten die Erinnerung an ein tatsächlich dort verübtes Verbrechen weiterlebt oder ob es sich um 'Krimis' handelt, den sich unsere fernsehlosen Urururgroßeltern in der Spinnstube erzählten, weil selbst sie die wahren Gründe für die Errichtung der uralten Kreuze nicht mehr kannten.

Die Rockenmagd ist für Wanderer auf den Rot-Kreuz-Weg gut zu erreichen. Der Weg eignet sich auch für Radfahrer, wenn diese auf die Erstgenannten Rücksicht nehmen. Wenige Meter südlich der Rockenmagd öffnet sich ein wunderschöner Ausblick auf Rothenberg, dem 'Dorf auf dem Odenwald'.